SIP-Trunking und wie es mit VoIP funktioniert | Aircall Blog

SIP-Trunking und wie es mit VoIP funktioniert

sip-trunking
von
Victoria Guetter

SIP-Trunking ist sinnvoll, wenn Ihr Unternehmen auf VoIP-Telefone umstellt. Glücklicherweise sind die Grundlagen dieser leistungsstarken Telekommunikationstechnologie trotz des etwas merkwürdigen Namens einfach zu erlernen, genauso wie die Einrichtung für Ihr Unternehmen.

Im Folgenden erfahren Sie die Geschichte des SIP-Trunking, welche Funktionen SIP-Trunks haben und wie Aircall alles im Handumdrehen für Sie einrichtet

Aber zunächst widmen wir uns den Fachbegriffen. 

Was ist SIP-Trunking?

Kurz gesagt ist ein SIP-Trunk das digitale Äquivalent der Telefonleitung. Ein SIP-Trunk ersetzt ein herkömmliches Telefonkabel und ermöglicht es Ihnen, Sprach- und/oder Video-Anrufe über das Internet zu tätigen bzw. zu empfangen.

Die Abkürzung SIP steht für „Session Initiation Protocol“ (sprich die Computersprache, durch die Anrufe getätigt und empfangen werden) und wird mit dem Wort „Trunk“ kombiniert. Techniker definieren es als „eine Verbindung zwischen zwei Punkten“.

Manchmal werden die Begriffe VoIP und SIP-Trunking synonym verwendet, was nicht ganz korrekt ist. Es ist wichtig, zu verstehen, dass VoIP (Voice over Internet Protocol) eine dehnbare Bezeichnung für jeglichen internetbasierten Telefondienst ist (ja, das schließt SIP-Trunking ein). SIP hingegen ist ein spezifisches Protokoll, das VoIP durch die Schaffung von Start- und Endpunkten implementiert, welche die Nachrichten während eines Anrufs bestimmen.

Bevor wir im Detail darauf eingehen, wie SIP-Trunks funktionieren, machen wir einen kleinen Zeitsprung von knapp 50 Jahren und beleuchten kurz die Geschichte der Geschäftstelefonie.

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Die Geschichte des SIP-Trunkings

Um die SIP-Technologie zu verstehen, ist ein Einblick in die Entwicklung der Systeme, die zum modernen SIP-Trunking geführt haben, hilfreich.

Der drollige Name „POTS“ (Plain Old Telephone Service) bezeichnet die Art und Weise, wie Unternehmen (und Ihre Oma) über 100 Jahre lang, von 1876 bis 1988, miteinander kommunizierten. POTS ist immer noch die meistverbreitete Telefonverbindung, die Sie über Ihre Telefonleitung erhalten. Dies geschieht über elektrische Signale, die durch Kupferkabel von Ihrem Tischtelefon zum Telefonnetz (PSTN) geleitet werden. Die Signale springen von Netz zu Netz, bis sie bei den richtigen Ohren ankommen.

Als 1988 das Integrated Services Digital Network (dtsch.: integriertes Sprach- und Datennetzwerk, ISDN) erschien, war es eine Revolution. Auf einmal konnten alle Signalarten übertragen werden und nicht nur Sprache: Die digitale Übertragung von Video, HD-Audio und anderen Datenformen war nun möglich.

Zwei Schnittstellen, der Basisanschluss (BA) sowie der Primärmultiplexanschluss (PMxAs), laufen über ISDN. Die meisten großen Unternehmen nutzen PMxAs, da dieser Anschluss mehr Daten verarbeiten kann. PMxAs funktioniert über das herkömmliche System von elektrischen Impulsen, die über Kabel übertragen werden. Darüber hinaus kann ein PMxAs-Anschluss 23 Anrufe (23 Sprachkanäle) gleichzeitig vermitteln. Auf dieses wichtige Detail kommen wir später zurück.

Die Internet-Telefonie begann 1995 mit dem VoIP-Telefon. Wenige Jahre später, Anfang der 2000er, wurde SIP-Trunking entwickelt. Carrier konnten nun dank eines speziellen Media-Gateway Signale vom Glasfaser-Internet in Signale für Kupferkabel umwandeln. Das bedeutete, dass man die SIP-Technologie nutzen konnte, um Internet-Anrufe durch die herkömmlichen Telefonnetze zu leiten, ohne dass der Empfänger eine Datenverbindung brauchte.

Bis vor zehn Jahren gab es in Unternehmen noch speziell auf SIP-Trunking ausgelegte Serverräume sowie IT-Teams, die manuell über SS7 und TDM Kabelsysteme einrichten mussten. 

Des Weiteren mussten diese Unternehmen mehrere Verträge mit verschiedenen Anbietern und Voice-Carriern abschließen, um eine weltweite Abdeckung zu gewährleisten. Dies hat sich seither geändert. Es gibt nun die Option, nur einen virtuellen Anbieter für all Ihre Kunden zu wählen – mit Aircall geht das ganz einfach.

SIP-Telefone und SIP-Trunks

Nach dieser Einleitung zu SIP-Trunking tauchen wir nun tiefer in die Materie ein.

Wie bereits erwähnt, ermöglicht ein SIP-Trunk die Weiterleitung eines Anrufs vom Ursprungs- zum Zielort entweder über das herkömmliche Festnetz (PSTN) oder das Internet als VoIP. Die hierfür benutzten Geräte heißen schlicht SIP-Telefone und werden in „Hardphones“ und „Softphones“ unterteilt.

Ein Hardphone sieht wie ein herkömmliches Tischtelefon aus. Um Telefongespräche zu tätigen, benötigen Sie eine Internetverbindung und kein Festnetz. Ein Softphone hingegen ist eine auf einem Gerät (z. B. Computer oder Smartphone) installierte Software oder App. Das Gerät fungiert als IP-Telefon. Die Lösung, mit einem integrierten Softphone Internetanrufe über eine spezielle App abzuwickeln, ist vielseitiger und rationalisierter. Aus diesem Grund bieten wir sie bei Aircall an.

SIP-Trunks werden in Büros häufig verwendet, um digitale Anrufe über eine PBX-Telefonanlage zu tätigen. SIP unterstützt aber auch die Übertragung von Unified Communications (UC), wie Video, SMS und andere Datenströme. Dass die Technologie auch auf UC-Plattformen funktioniert, ist einer der Hauptvorteile.

Auch wenn sich all dies noch etwas verwirrend anhört, können Sie sich entspannt zurücklehnen, da Aircall die SIP-Trunking-Technologie problemlos für Ihr Unternehmen implementieren kann. VoIP-Telefonanbieter wie Aircall bieten Unternehmen durch Softphones zahlreiche Möglichkeiten. Außerdem kümmern sie sich um die Technik, die hinter dem SIP-Trunking steckt – ganz ohne Unterstützung Ihrer IT-Abteilung.

SIP-Trunking vs. PMxAs – Was ist besser?

Viele Gründe sprechen dafür, SIP-Trunking zu nutzen anstelle von PMxAs. Mit SIP können Sie nämlich 30–40 % preiswerter telefonieren als mit PMxAs.

Für die meisten Unternehmen ist die Nutzung von SIP-Trunking empfehlenswert, besonders wenn es expandiert oder es Zeitfenster gibt, in denen Sie sehr viele Anrufe abwickeln. Sollten Sie sich unsicher sein, ob SIP-Trunking für Ihr Unternehmen das Richtige ist, beraten wir Sie gerne.

Im Folgenden erläutern wir die vier Vorteile, die SIP-Trunking gegenüber PMxAs aufweist:

  • Ein charakteristisches Merkmal des SIP-Trunking ist, dass Unternehmen mehrere lokale Telefonnummern haben können, ohne eine Niederlassung an dem jeweiligen Ort, was wiederum für PMxAs notwendig ist. Hierdurch erschließen sich neue Möglichkeiten für einen landesspezifischen Kundenservice und die Arbeit im Homeoffice. Und wenn Sie sich dazu entschließen, Ihr Büro an einen anderen Standort zu verlegen, behalten Sie Ihre registrierten Telefonnummern. Des Weiteren müssen keine neuen Kabel gelegt werden, wodurch Ihr Unternehmen Zeit und Geld spart.
  • Ein weiterer großer Vorteil von SIP-Trunking sind die niedrigen Leitungs- und Durchwahl-Kosten sowie die niedrigen internationalen und nationalen Telefongebühren. Nicht nur das Unternehmen spart Geld, sondern auch die Kunden. Diesen kann die Option angeboten werden, günstige Ferngespräche zu führen, wodurch der Kundenservice deutlich verbessert wird.
  • Wie bereits erwähnt, nutzt PMxAs 23 Kanäle pro Leitung. Wollen Sie mehr als 23 Anrufe zur gleichen Zeit tätigen, brauchen Sie mehr Leitungen. Dies ist unrationell, wenn Sie beispielsweise 25 Kanäle benötigen, aber für zwei Leitungen bezahlen müssen. Denn dann verfügen Sie über 46 Kanäle, von denen die meisten ungenutzt bleiben. Sie können es sich denken: Diese Lösung können Sie nicht so einfach der Skalierung Ihres Unternehmens anpassen. Mit SIP-Trunking haben Sie die Kontrolle über die Anzahl der von Ihnen benötigten Telefonleitungen und Sie zahlen nur für das, was Sie brauchen. Wenn Sie Kanäle hinzufügen oder entfernen möchten, können Sie dies schnell tun. Mit Aircall können Sie neue Telefonnummern ganz einfach über die App hinzufügen. Vorbei sind die Zeiten, in denen Sie darauf warten mussten, dass ein Techniker vorbeikommt und an den Kabeln herumbastelt.
  • SIP-Trunking rationalisiert die Geschäftstätigkeiten. VoIP-Gateways werden hierdurch überflüssig. SIP arbeitet mit moderner IP-PBX, bietet eine bessere Qualität und lässt sich nahtlos mit CRM-Plattformen integrieren. Virtuelles SIP-Trunking bietet ein benutzerfreundliches Admin-Portal, welches die Verwaltung erleichtert. All diese Funktionen kann PMxAs nicht bewältigen.

Wenn Ihr Unternehmen aus irgendeinem Grund nicht vollständig auf PMxAs verzichten möchte, können Sie eine Hybridlösung wählen, bei der PMxAs zusammen mit SIP-Trunking zum Einsatz kommt. Die meisten Unternehmen sind aber bereits zum SIP-Trunking gewechselt oder planen, auf diese Technologie umzusteigen, weil sie dadurch Kosten sparen und flexibler sind.

Den richtigen SIP-Trunking-Anbieter auswählen

Wenn Sie davon überzeugt sind, dass SIP-Trunking das Richtige für Sie ist, fragen Sie sich wahrscheinlich: „Wie wähle ich denn einen SIP-Trunking-Anbieter aus?“

Aircall hilft Ihnen. Wir nutzen ein BYOC-Modell (Bring Your Own Carrier) und arbeiten mit den besten Anbietern zusammen, um eine qualitativ hochwertige Abdeckung weltweit zu gewährleisten. Ihr IT-Team muss sich nicht um mehrere Verträge kümmern, da alles über Aircall abgewickelt wird.

Da Aircall vollständig Cloud-basiert funktioniert, sind Tischtelefone (SIP-„Hardphones“) überflüssig. Stattdessen verwenden wir die Softphone-WebRTC-Technologie, dank welcher Anrufer über Webbrowser, Web-Apps und Smartphone-Apps (für iPhone und Android-Geräte) auf die Sprachübertragung zugreifen können. Kurz gesagt: Aircall verbindet sich mit der Cloud, die Cloud verbindet sich wiederum mit dem Gerät des Nutzers (Computer oder Smartphone) und die App ermöglicht SIP-Trunking über den am besten geeigneten Anbieter.

So wechseln Sie zum SIP-Trunking

Die SIP-Trunking-Technologie kurbelt den Telekommunikationsbetrieb von Unternehmen an. Wenn sich der Prozess Ihnen noch nicht ganz erschließt, machen Sie sich keine Sorgen! Kontaktieren Sie uns und wir kümmern uns um den Rest. Falls Sie neugierig geworden sind, können Sie hier Aircall 7 Tage lang umsonst testen!

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